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Die Welt sieht zurück beschreibt eine Verschiebung: Nicht nur wir schauen, unser Blick wird auch erwidert. Bilder, Zeug*innenschaft, Körper sowie individueller und kollektiver Ausdruck schaffen Formen der Wahrnehmung, in denen die Welt reagiert und antwortet. Der Blick bleibt dabei nicht ruhig, sondern wird instabil. Gezeigt werden Kurzfilme zwischen Experimentalfilm, Tanzfilm, Dokumentarfilm und künstlerischer Filmarbeit.
Sie erzählen von Protest und Alltag, Erinnerungskultur und institutioneller Macht, Erfahrungen und Stimmen aus Schwarzen, feministischen, indigenen, diasporischen und dekolonialen Perspektiven. Hier werden Widerstand und Geschichte(n) spürbar, ohne sich eindeutig festschreiben zu lassen.
Die Klosterruine als historischer Ort, die Installation und ihre vielfältigen Schichten bilden einen Resonanzraum, in dem die filmischen Arbeiten aufeinandertreffen und miteinander sowie mit dem Publikum in Beziehung treten. Im Zentrum steht die Frage, wie wir blicken – und was dabei mit uns passiert. Was bleibt, was verändert sich? Wer schaut, wer erzählt, und wer wird sichtbar? Das Kurzfilmprogramm macht erfahrbar: Was wir sehen, wirkt weiter – in unserer Wahrnehmung und darin, wie wir die Welt lesen.
Filmprogramm:
Black Youth (2023/Deutschland/Isaac Martínez)
The Memory Guardians (2024/Deutschland/Nnenna Onuoha)
Memories of a Window (2026/USA, Iran/Mehraneh Salimian & Amin Pakparvar)
Pidikwe (2025/Kanada/Caroline Monnet)
Baisanos (2025/Chile, Palästina, Spanien/Andrés Khamis Giacoman & Francisca Khamis Giacoman)
Weitere Infos: https://klosterruine.berlin/de/program/die-welt-sieht-zurueck
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Anlässlich des Kinostarts von Michael Jacksons neuem Biopic MICHAEL (2026) in Deutschland wurde ich von der Social Media Redaktion vom Cosmo Radio zu meiner filmwissenschaftlichen Einschätzung gefragt: Ist es legitim, bei einem Biopic zentrale Kontroversen – z.B. Missbrauchsvorwürfe – auszublenden oder nur am Rand zu behandeln? Ich finde: nein.
Klar, aus kommerzieller Sicht ist das nachvollziehbar. Biopics leben von Identifikation, Ikonisierung und großer Emotion – sie verkaufen uns „Legenden“, keine Widersprüche.
Was dabei verschwindet, sind die Brüche. Die Gewalt. Die Perspektiven der Betroffenen. Und damit auch ein entscheidender Teil von Realität.
Biopics erzählen nie einfach „wie es war“. Sie entscheiden, welche Version von Geschichte wir glauben sollen. Auch Filme wie ELVIS (2022) oder THE IRON LADY (2011) zeigen das sehr deutlich: Komplexität wird oft zugunsten einer sauberen Heldenstory rausgeschnitten.
Am Ende funktionieren viele dieser Filme nach dem gleichen Muster: Aufstieg, Krise, Größe – und alles wird von Talent oder „Genie“ überstrahlt.
Um das Genre Biopic ethischer und gerechter zu machen, braucht es weniger vermeintliche Held*innen und mehr Mut zu multiperspektivischen, kritischen und differenzierten Narrativen ohne Verklärung.
Hier geht es zum COSMO-Post vom 23.04.2026.
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Das Web-Seminar hat eine Einführung gegeben in die diskriminierungskritische Film- und Serienvermittlung: Ziel war es, dass Teilnehmende lernen, problematische Bilder und Narrative zu erkennen und zu hinterfragen. Dazu wurden serielle Formate wie Uncivilized, Schwarze Früchte und Friends als Fallbeispiele analysiert. Eigene Sehgewohnheiten wurden reflektiert und es wurde konkrete Methoden vorgestellt, um Jugendliche zu einer kritischen Auseinandersetzung mit dem Gesehenen anzuleiten.
Die Veranstaltung richtete sich an pädagogische Fachkräfte der Kinder- und Jugendhilfe, Medienpädagog*innen, Lehrkräfte sowie Multiplikator*innen aus der kulturellen Bildung, Schulsozialarbeit sowie alle weiteren Erwachsenen, die mit jungen Menschen ehren- oder hauptamtlich arbeiten.
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Das Filmhaus Nürnberg veranstaltet vom 19. bis 31. März 2026 die Reihe „Frantz Fanon und das Kino“, die mit Die Schlacht um Algier (1966) von Gillo Pontecorvo eröffnet wird.
Algier 1957: Die algerische Befreiungsbewegung FLN intensiviert ihren Widerstand gegen die französische Kolonialmacht, das Militär reagiert mit brutaler Repression und systematischer Folter. Die Schlacht um Algier zeigt diesen urbanen Guerillakrieg mit dokumentarischer Präzision und politischer Schärfe.
Frantz Fanon war Psychiater, antikolonialer Theoretiker und selbst Teil des algerischen Befreiungskampfs. In Schriften wie Die Verdammten dieser Erde (1961) analysierte er die strukturelle Gewalt des Kolonialismus und die radikalen Brüche, die Befreiungskämpfe hervorbringen. Seine Überlegungen zu Gewalt, Subjektivität und Dekolonisierung prägten das politische Kino maßgeblich – insbesondere das sogenannte Dritte Kino, das sich als ästhetische und politische Gegenbewegung zum kolonialen und kapitalistischen Filmsystem verstand.
In meiner Einführung spreche ich über den Einfluss Fanons auf den Film und das politische Kino, insbesondere das Dritte Kino. Mich interessiert besonders, wie der Film koloniale Gewalt, Widerstand und die psychischen Folgen von Folter und Krieg sichtbar macht – und warum er bis heute nichts von seiner Sprengkraft verloren hat.
Weitere Informationen & Tickets: https://www.kunstkulturquartier.de/filmhaus/programm/cine-international/vk-detail/405201/0/0/95/2026-03-19/18-30?cHash=6d662788b2541bb6541f56b0aad1c774
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Widersprechen, wieder sprechen – Grenzen und Potenziale von Streitkultur
Zur Veranstaltung:
Im Rahmen des Auftaktabends am 9. Februar 2026 in der Akademie der Künste habe ich gemeinsam mit den Filmschaffenden Frédéric Jaeger und Oliver Bassemir sowie den Rhetorik-Profis Dario Werner und Chiara Throner an einer Debattier-Performance teilgenommen, um mit den besten Argumenten widersprüchliche Blickwinkel auf das Konzept der Kritik selbst zu werfen – im Berufsstand, in der Kunst, als Kommunikationsmittel und als philosophische Grundhaltung. Der Künstler und Streitformatentwickler Martin Muth inszenierte und moderierte die Debatte als spielerischen Austausch mit dem Publikum und erprobte darin, welchen Regeln öffentliche Debatten eigentlich folgen. Mit Musik von Stephan Wortmann.
(Cem Kaya, der ursprünglich als Gast eingeladen war, musste kurzfristig absagen.)
Weitere Infos: https://wochederkritik.de/de_DE/wiedersprechen-wieder-sprechen/
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Schreibwerkstatt Situierte Filmkritik – Perspektive und Verortung im Schreiben über Film
Bei der Schreibwerkstatt der Woche der Kritik habe ich einen Input mit dem Titel ‘Is Paris Burning?’ bell hooks’: Oppositioneller Blick und ihre situierte Filmkritik” gegeben. Nach einer Einführung zum Leben und Werk der berühmten Schwarzen Feministin und Autorin habe ich hooks’ Rezeptionstheorie des oppositionellen Blicks Schwarzer Zuschauer*innen erläutert und bin auf ihre zentralen Thesen aus ihrer Filmkritik zu dem Dokumentarfilm Paris Is Burning (USA, 1990) von Jennie Livingston eingegangen. hooks schreibt aus ihrer Perspektive als Schwarze Feministin, reflektiert Regisseurin, Protagonist*innen und sich selbst als Kritikerin. Sie fragt: Wer erzählt? Für wen? Welche Wirkung entfaltet der Film? Ihr oppositional gaze ist analytisch, machtkritisch und dekolonial – er macht Machtstrukturen sichtbar, statt sie als selbstverständlich zu betrachten.
Weitere Infos: https://wochederkritik.de/de_DE/ausschreibung-schreibwerkstatt-2026/
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Bei der Berlinale habe ich nun schon zum dritten Mal als Mitglied des Auswahlgremiums der Langfilme der Sektion Generation (Kinder- und Jugendfilme) sowie als Moderatorin von zahlreichen Filmgesprächen mitgewirkt.
„Eine Zeitmaschine bauen, um die Vergangenheit zu überdenken und die Zukunft neu zu entwerfen. Durchs Fenster auf die Welt blicken und darüber nachsinnen, wie sie sich verändern lässt. Leuchtende Bilder in unruhigen Zeiten: solche, die aufrütteln, und solche, die trösten. Bilderwelten, die die Kraft der Fantasie unterstreichen, anderes erschaffen zu können. Das Generation-Programm lädt junges Publikum – und alle, die sich ihm verbunden fühlen – ein, zu sehen, zu reflektieren, zu weinen und zu lachen, zu streiten und miteinander ins Gespräch zu kommen.”
- Sebastian Markt, Leiter Generation.
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Im Interview mit der Journalistin Laura Kabelka für den Podcast “Inside Europe” der Deutschen Welle habe ich Fragen zu der diesjährigen Berlinale beantwortet, bei der ich bereits zum dritten Mal als Gremiumsmitglied von Generation mitgearbeitet habe : Was das Festival besonders macht, welche unterschiedlichen Sektionen es gibt, was meine persönlichen Film-Higlights aus dem Programm sind, und wie ich die Berlinale als Ort politischer Diskurse und den Stand der Bemühungen um mehr Inklusion wahrnehme.
Link zum Interview: https://www.dw.com/en/more-trouble-for-uk-prime-minister-keir-starmer/audio-76057779
(Mein Teil beginnt ca. bei Minute 9:59.)
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Am 13.03.2026 zeige ich im BIWOC* Rising (Berlin) in der Reihe film.macht.kritisch. Screenings den abendfüllenden Spielfilm „Eallogierdu - The Tundra Within Me” (2023) der Sámi-Regisseurin Sara Margrethe Oskal.
Publikumsgespräch mit der Filmemacherin im Anschluss.
Zum Film:
Nach Jahren in Oslo kehrt die samische Künstlerin Lena mit ihrem Kind in die weite Tundra ihrer Heimat Sápmi zurü BIWOC mck, um für ihr feministisches Kunstprojekt zu recherchieren. Dort begegnet sie dem Rentierhirten Máhtte, der innerhalb seiner Familie um Anerkennung und Verantwortung ringt. Während sich ihre Wege zunehme ind verweben, geraten sie in einen kraftvollen Konflikt zwischen Tradition und Selbstbestimmung.
Tickets und weitere Infos: https://wochederkritik.de/de_DE/ausschreibung-schreibwerkstatt-2026/
(Link gültig bis 13.03.2026)
Mit freundlicher Unterstützung der Norwegischen Botschaft in Berlin.
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Launch meiner neuen Filmreihe
Am 1. Februar feierte film.macht.kritisch. Screenings seinen Auftakt im BIWOC* Rising (Berlin) mit einer ausverkauften Vorstellung. Das sorgfältig kuratierte Kurzfilmprogramm versammelte Arbeiten, die dominante Narrative herausfordern und marginalisierte Perspektiven ins Zentrum rücken. Die Filme verbanden ästhetische Eigenständigkeit mit klarer politischer Haltung und verhandelten Trauer, Widerstand, Identität, Sorge und kreatives Überleben.
Ein Grußwort sprach Andre Seward, Programmdirektor des Tallgrass Film Festivals (Wichita/Kansas), bei dem ich das Kurzfilmprogramm gestalte und wo die Filme des Abends in der letzten Festivaledition liefen. Im Anschluss moderierte ich die Veranstaltung.
Programm:
Eid (12 Min. | Kanada / Palästina | 2024 | Rame Ibrahim) – Eine präzise, zurückhaltende Auseinandersetzung mit Trauer unter Besatzung und der Frage, wie strukturelle Gewalt intimste Momente prägt.
Forest Echoes (19 Min. | Kanada | 2024 | Eva Grant) – Über Erinnerung, Heilung und Liebe im Kontext indigener Souveränität und ökologischer Kämpfe.
Cow Heavy and Floral (15 Min. | USA | 2024 | Richa Rudola) – Ein immersives Porträt einer lateinamerikanischen Autorin zwischen kreativem Begehren, Care-Arbeit und gesellschaftlicher Erwartung.
Nightbirds (14 Min. | Philippinen | 2024 | Maria Estela Paiso & Ashok Vish) – Eine visuell experimentelle, mythische Erzählung über Sehnsucht, Glauben und das Streben nach Freiheit.
Holy Curse (16 Min. | Indien | 2024 | Snigdha Kapoor) – Scharf und zärtlich zugleich: ein nicht-binäres/trans Kind im Spannungsfeld von Ritual, Glaube und familiärer Tradition.
Begleitend wurden jeweils nach den Filmen aufgezeichnete Q&As mit den Regisseur*innen gezeigt.
Ein Abend für dekoloniales, queeres und feministisches Kino – formal eigenwillig, politisch klar positioniert und getragen von einem engagierten Publikum.
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Ich bin in den Expert*innenpool von D-Arts – Projektbüro für Diversität aufgenommen worden. D-Arts steht für konsequente, machtkritische Kulturarbeit an der Schnittstelle von Kunst, Film und institutioneller Praxis in Österreich.
Der Aufnahme gingen konkrete Kooperationen voraus:
Ich habe am 6. November 2025 in Wien den Workshop „Antidiskriminierung im Film: Praxis-Workshop für Betroffene & Verbündete“ durchgeführt, der strukturelle Diskriminierung im Filmbereich in den Fokus stellt und mit Filmbeispielen, Rollenspielen und praxisnahen Interventionen arbeitet (in Kooperation mit Drehübung Wien).Zudem habe ich am 20. und 21. März 2025 in Wien ein zweitägiges Training zu „Diversität, Diskriminierung und Antidiskriminierung im Film- und Förderbereich“ für die Projektkommission 2024–2026 des Österreichischen Filminstituts geleitet. Inhalte waren u. a. strukturelle Diskriminierung im Film- und Förderwesen, künstlerische Freiheit sowie diskriminierungskritische Analyse von Projektanträgen.
Die Aufnahme in den Expert*innenpool macht meine Arbeit an strukturellen Fragen von Macht, Verantwortung und Gerechtigkeit im Film- und Kulturbereich sichtbar. Ich danke D-Arts für die Anerkennung!