about

In meiner Arbeit als freiberufliche Filmwissenschaftlerin und Filmemacherin, Kuratorin, Dramaturgin und Dozentin beschäftige ich mich analytisch-theoretisch sowie künstlerisch-kreativ mit Film. Dabei engagiere ich mich für eine diskriminierungs- und machtkritische Filmkultur.

Aufgewachsen in den 80er und 90er Jahren in einer türkischen Arbeiter*innenfamilie in Berlin, habe ich mich schon früh mit Rassismus, Klassismus und Sexismus auseinandergesetzt. Gleichzeitig fiel mir auf, wie wenig „Ausländer“ – so nannte man uns damals – im deutschen Film und Fernsehen vorkamen und wie sie, wenn überhaupt, immer wieder auf dieselben stereotypen Rollen reduziert wurden. Warum war das so? Wer entschied darüber, welche Geschichten erzählt werden? Und warum schienen manche Leben und Erfahrungen erzählenswerter als andere?

Mein junges Ich hatte so viele Fragen. Im Studium der Filmwissenschaft, Sozial- und Kulturanthropologie sowie Geschichte und Kultur des Vorderen Orients an der Freien Universität Berlin und durch meine eigene Beschäftigung mit Critical Race Theory, Cultural Studies, Postkolonialer Theorie, Schwarzen und intersektional-feministischen Ansätzen und Queerer Theorie begann ich, diesen Fragen systematischer nachzugehen:

Wie entstehen filmische Bilder von „den Anderen“? Wer schreibt Filmgeschichte und entscheidet darüber, was in den Kanon aufgenommen wird? Unter welchen Bedingungen wird ein Film als künstlerisches Werk gewürdigt? Und was hat das alles mit Macht, Marginalisierung und Ausschlüssen zu tun?

Mit meinem Master in Screen Documentary am Goldsmiths College, University of London, kam das Filmemachen als künstlerische Form der Auseinandersetzung hinzu. Als Regisseurin, Produzentin und Editorin realisierte ich unter anderem den Kurzfilm Kıymet (2012) und war Creative Producer des Dokumentarfilms From Here (2020).

Theorie und Praxis gehören für mich seither eng zusammen: Filme zu analysieren, ihre Machart und gesellschaftliche Wirkung kritisch zu hinterfragen und selbst an ihren Bildern, Geschichten und Perspektiven mitzuwirken.

Heute arbeite ich in unterschiedlichen Konstellationen mit Produktionsfirmen, Filmschaffenden, Förderanstalten, Fernsehredaktionen, Filminstitutionen, öffentlichen Kultureinrichtungen, Filmfestivals, Universitäten und Vereinen zusammen – darunter Fünferfilm, Achtung Panda!, MOIN, HessenFilm, das Österreichische Filminstitut, ZDF – Das kleine Fernsehspiel, die Deutsche Kinemathek, die Berlinale, das Nuremberg International Human Rights Film Festival, die Woche der Kritik, die HBK Braunschweig, HU Berlin und FUMA Fachstelle Gender & Diversität NRW.

In meinem Podcast film.macht.kritisch., in eigenen Veranstaltungen und Workshops sowie mit der im Aufbau befindlichen FILM/POWER! Akademie und Community für kritische Filmkompetenz verbinde ich filmwissenschaftliche Analyse mit Vermittlung, Diskussion und praktischer Arbeit. Dabei interessiert mich nicht nur, was an bestehenden Bildern und Erzählungen problematisch ist, sondern ebenso, was jenseits des Gewohnten möglich wird: andere Perspektiven, andere Geschichten, andere Formen.

Mein heutiges Ich blickt auf jahrelange wissenschaftliche, künstlerische, kuratorische und vermittelnde Arbeit mit und über Film zurück. Viele meiner ersten Fragen begleiten mich bis heute – andere haben sich verändert, vertieft oder sind ganz neue geworden.

Nimm Kontakt mit mir auf

Wenn du Interesse an einer Zusammenarbeit oder einer Kooperation hast, freue ich mich über deine Nachricht und melde mich innerhalb von 48h zurück.